28. Februar 2010 - 22:45 Uhr

schreib mal wieder. ich höre das immer mal. es ist keine blockade, keine unlust. ich schreibe ja, immer mal irgendetwas.
vielleicht ist es doch unlust.
ich könnte darüber berichten, wie ich das rauchen aufhörte und heute doch mit einer zigarette hier sitze. oder wie es ist allein im kompetenzfreien team zu arbeiten. wie mein akademikerego sich unterm bett verkroch, wie ich mal wieder ein büro ausräumte, um es jetzt doch wieder zu beziehen – und dafür genau so wenig bezahlt zu werden, dass der staat mich mitfinanzieren muss. wie magenschmerzlich das alles ist.
ich könnte über die ersten sonnentage mit kamera im paradies schreiben, über den wahrheitsgehalt der aufforderung „bedenke, was du dir wünscht!“, über winterschmetterlinge im bauch – über musik, filme, bücher. über die kategorie der c.-menschen, über „wie geht’s dir eigentlich?“, übers spontanweinen, weltraumschlachten, existenzgründungsideenpapiere und über den sterbenden ficus, von überreaktionen, fehlenden reaktionen, wen ich schütteln wollte, ohrfeigen, küssen, drücken oder wem ich einfach danke sagen will.
vielleicht reicht es auch zu sagen, das alles am ende des tages okay ist. irgendwie.

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9. Januar 2010 - 17:19 Uhr

“sie sind überraschend gut geworden” sagt er und schickt mir einen dropboxlink. die bilder, die 20jahre unentwickelt in einer kamera lagen und nun darauf warten ihre geschichte erzählen zu können, laden langsam. nach 20 jahren warten hat man keine eile mehr.
es ist überraschend gut geworden, denke ich rückblickend auf das vergangene jahr.
es geht mir gut. die kleinigkeiten die meinen alltag zum alltag machen, die nerven, die stören, die mich aufhalten und behindern sind überwindbar klein, kaum mehr ärgerlich, vorbeigehen, weitergehen, lächeln, winken. keine notwenigkeit morgens fünf minuten unter der dusche zu weinen, keine waswärewenn-gedankenkreisel mehr. und du bist schuld.
danke. dafür und für so vieles mehr.

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jahreskurzrückblick

7. Dezember 2009 - 02:59 Uhr

drüben in der traumweite lag so ein klitzekleines stöckchen herum, ich nehms einfach mal mit her…

Bestes Musikalbum:
der OST zum [500]days of summer ist fabelhaft. ganze alben zu hören erforderte vermutlich gerade zu viel aufmerksamkeit, die ich nicht entbehren mag.

Beste DVD-Veröffentlichung:
ich habe keine ahnung. älter, aber die einzige dvd, die ich sah, die mir in erinnerung geblieben ist war “aktion mutante”. nicht, dass ich nicht ständig irgendwelche filme sehen würde, aber die sind selten auf dvd gebannt.

Bester Film:
“district 9″ war gut, “[500]days of summer” auch. vermutlich auch älter, aber erst in diesem jahr in mein bewusstsein gekommen ist “brothers bloom”.

Bestes Hörspiel/-buch:
hmtss. ich mochte das hörbuch zu walter moers “schrecksenmeister” und zu matt ruffs “bad monkeys”. das beste hörbuch wird aber das haus, allein, weil das buch mich einige nächte und viel verstand gekostet hat. ich bin gespannt, ob die hörspielversion da mithalten kann. die idee jedenfalls schafft es mein geekherz höher schlagen zu lassen.

Bestes Rollenspielregelwerk:
auch nicht aktuell aber erst in diesem jahr in meinen besitz gekommen: heredium. nicht meine spielwelt, nicht mein präferiertes system, aber eindeutig meine ideenwelt. tolle bilder. (wobei ich ja immer noch sehr in “opus anima” verliebt bin)

Bestes Buch:
“das haus” von mark z. danielewski.
ich mochte auch “verbrechen” von ferdinand von schirach und habs endlich geschafft “war z” von max brooks zu lesen. es gab da noch zwei handvoll mehr tolle bücher und ein paar wenige, bei denen ich nach hundert seiten einfach aufgehört habe…

Aufreger des Jahres:
schwierig in diesem jahr, weil mehr worstcaseszenarien eingetreten sind, als ich bedacht hätte, aber ich entscheide mich für: schlussmachen per mail.

aber das jahr ist ja noch nicht ganz vorbei und tut gerade so, als wolle es sich in den letzten tagen für einiges entschuldigen.

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vom supernannycasting - die letzte runde

3. Dezember 2009 - 20:17 Uhr

nicolausfeier des vereins, der mich anstellen soll. ich mittig zwischen klienten und kindern. binde zöpfe, puste kakao kalt, rühre zucker in tee, lasse mich von feuchtklebrigen kinderfingern befassen, trage ein drei monate altes kind während die mutter raucht, esse einen ungeliebten keks, smalltalke, stelle mich vor, erkläre, suche haargummies und karten eines spiels, knacke nüsse, baue eine schnabeltasse auseinander und zusammen, lächle, freue mich über meine erkältung und den fehlenden geruchsinn, kriege gesagt “weißt du was, ich hab dich lieb!”, räume dinge von einem zum anderen ort, niese, versuche das bewerten zu verschieben, trinke kaffee, wundere mich.
gehe nach hause. antwort in der nächsten woche. warten.

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vom supernannycasting

1. Dezember 2009 - 15:58 Uhr

sie braucht etwa eine halbe stunde um den fall zusammen zu fassen. meint, sie beschränke sich auf das wichtigste. man arbeitet schon seit jahren mit der familie. eigentlich seit generationen. multiproblemfall. ich versuche mir eckpunkte zu merken, sehe aber bald ein, dass es mehr ecken gibt, als ich finger habe um mitzuzählen. gerade liefe es ganz gut, aber die klientin sei fremden gegenüber etwas scheu. verständlich.
in der wohnung kann man kaum treten. es ist warm und die feuchte wäsche tut dem raumklima nicht besonders gut. mein sitzplatz für die nächste stunde befindet sich da wo platz ist: auf dem bett zwischen getragener kleidung. man fremdelt nicht mit mir, redet über das, was gerade tangiert. ich lächle, versuche bewertungen auf später zu verschieben. im stummen fernsehen jagen ritter drachen hinterher. das kind isst brav dosenravioli vom plastikteller. der instantcappucino, den ich dankend annehme, ist lauwarm, die tasse sauber. vielleicht ist das das einzige, was den fall vom lehrbuch unterscheidet. das und die tatsache, dass mein gegenüber kaum älter ist als ich.

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19. November 2009 - 23:18 Uhr

freitags abends allein zuhause? singleleben suckt! auch schon donnerstags. und weil das alles so deprimierend ist, hatte da jemand (der beste maschinenbauer ever!) eine bekloppte idee und setzt die auch noch um. in dresden. speeddaten.
was das genau bedeutet und alle details findet der geneigte leser dort: stelldichein

vermutlich schau ich mir das mal an - schadet bestimmt nicht.^^.

edit: oh, ich glaube das zahlen von mitarbeiterpreisen in der mensa schließt mich als zielgruppe für die sache aus. hm…

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untwitterbares

11. November 2009 - 15:54 Uhr

*kinderwagen schieben ist wirklich toll. quengelnde kleinstkinder hingegen sind purer stress.
*frage mich wer den druck der bildungsstreikflyer bezahlt. und wer die texte darauf schreibt. bestimmt kein germanist.
*”ich studiere nicht mehr!” ist offenbar kein grund aus der bildungsstreikzielgruppe heraus zu fallen. schade. *mensa um eins ist immer noch voll, geschmacksarm und die mitarbeiterpreise sind lächerlich.
*nachdem ich zwei mal in folge keine briefmarke fand, dann vor der geschlossenen post stand und schließlich automatenmarken kaufte (natürlich inkl. wechselgeldmarke, die unmöglich jemals auf irgendeinem poststück enden wird.) habe ich endlich einen mittleren vorrat an briefmarken angelegt: 2.
*ich bin ein bisschen verliebt in den politischen globus aus den siebzigern, der jetzt im büro wohnt. die ddr ist orange.
*bewerbungen schreiben ist mist. stellt mich nicht doch jemand einfach so ein, vollzeit? diese 20stunden im monat an der fsu ernähren mich nie und nimmer.^^
*was fehlt: haare gekrault bekommen. jemanden riechen, der gut riecht. verliebtsein.
*dieser klitzekleine psychonachbar, der unter mir wohnt lief gestern den ganzen heimweg lang direkt hinter mir. 4 meter abstand, sogar den kleinen umweg lief er mit. sagte nichts, schlürfte nur hinter her. eine sehr subtile rache für meine wasserangriffe gegen ihn.

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26. Oktober 2009 - 23:46 Uhr

der derzeigen blogunlust folgend: das nebenbeiprojekt: dem nouseforatumblrdings.

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das erste mal.

1. Oktober 2009 - 18:00 Uhr

mitte zwanzig, sechs jahre studium in fünf fächern insgesammt, ein abschluss und ich finde mich wieder, wie ich lächelnd den acht seitigen hartz4-antrag überreicht bekomme, weil nur der status vorm “hilfskraft” geändert wurde, nicht aber der inhalt. mitarbeiter, wissenschaftlicher - wäre besser. die hoffnung darauf war ja schon leicht verwest, wird aber wieder ausgegraben. zumindest scharrt man an der oberfläche - bevor man da wirklich buddeln kann, werde ich vielleicht schon was anderes gefunden haben. vielleicht auch nicht.
suchen sie jemanden? ich bin ausgebildeter leser, sozusagen. und pädagoge und ethiker und germanist. hausfrauenstudium. ich ließe mich auch reich heiraten, gerne auch fürs zweitstudium, ich hätte da die ein oder andere idee - am ende vielleicht astrophysik, aber das wollte ich mich mir eigentlich für später aufheben um mit mitte sechzig zwischen den geeks sitzen zu können - oder um zu kaschieren, dass ich nie erwachsen geworden bin, obwohl ich den arbeitslosengeldantrag ausgefüllt habe…

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mir selber seltsam fremd…

27. September 2009 - 22:54 Uhr

gefangen in ambivalenz. zwischenwelt. wie halbgebackener schokoladenkuchen, der dennoch schmeckt, obwohl man weiß, dass man bauchschmerzen bekommen wird. wie halbgeschmolzenes eis, in der sonne gegessen mit den nachwirkungen der vorfreude. zwielicht: nicht mehr tag und noch nicht nacht.
zustandsanalyse: instabil funktionabel. wie der lichtschalter meines bades.
sie reparierte heute meinen wasserhahn im bad. kommt irgendwer und erneuert den lichtschalter, oder muss ich das selbst machen. gibt es anleitungen dafür? danach ists besser, neu, anders, gut?
mit dem kopf zur wand denkt es sich nicht gut, aber im fensterlosen raum ist wenig aussicht auf wolken zum träumen. dieser ganze zwanghaft kryptische mist verschleiert doch nur das wahre problem: wann gehts denn hier endlich weiter, hm? ?????? ????? ????

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