Ein paar Jahre.

22. Oktober 2013 - 18:19 Uhr

Bleib bei mir. Verzeih mir.
Ganz oder gar nicht! Nicht doch gar nicht. Ganz.
Ich will dich. Ich will dich nicht mehr - nie mehr. Immer mehr.
Wieder zurück und wieder die eine. Keine, die so ist wie du.
Ich will dich. Ich will eine andere. Nur dich will ich!
Ich will Freiheit, dich bei mir, du bist es.
Dich gibt es nicht mehr für mich. Es gibt nur dich.
Es ist vorbei. Lass es bloß nicht vorbei sein. Ohne dich gehts nicht. Mit dir geht gar nicht!
Ohne dich ists beschissen. Mit dir, kann ich ich sein.
Ohne dich ist alles besser. Besser wir reden nie mehr.
Es ist unvorstellbar ohne dich, komm zurück. Bleib.
Ich will das nicht. Es tut mir leid.
Ich verlasse dich. Verlass mich nicht.
Ich gehe nicht, du bist krank. Du bist krank - ich gehe!
Es ist nicht so wie du denkst.
Du weißt, wie es ist.

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(wochen)endmoment

2. Oktober 2012 - 19:19 Uhr

ich stehe in mitten einer scheune, um mich herum unzählige kleine käfige, bis zur decke in regalen. aus jedem klingen kleine laute, gescharr, quietschen, rascheln. alles lebt.
ich habe eine kleine kelle in der einen hand, in der anderen ein eimerchen mit kernen, nüssen und getreide. ich beginne unten rechts, eine reihe entlang, jeden käfig hervorziehen, eine kelle futter hinein und jedem tier hübsch hallo sagen, wenn es das haarige köpfchen hebt und mich mit verwunderten augen anschaut. die meisten schauen, ein paar knurren und ein paar andere zerren an ihren geschwistern herum. einige mütter werfen sich beherzt über die neuen jungen, einige recken lieber die köpfe nach dem futter. ein käfig, in mitten des ganzen lebens ist ganz leise, eine hand voll jungen krabbelt um ein lebloses muttertier. ich sehe, begeife und fühle sofort wie tränen meine augen füllen.
so ist das eben. sagt sie und greift sich die jungen beherzt, sie haben die augen noch nicht geöffnet, und sucht schnell andere käfige, mit müttern und jungen die gleich alt sind. sie verteilt die waisen, stellt die käfige zurück.
das wird schon.
als ich aus der scheune gehe, streunen drei hungrige katzen um den ausgang. ein frettchen wird mich beißen, ein salamander wird sich vor mir erschrecken. die sonne wird scheinen und ich werde einen guten tag haben.
so ist das eben. das wird schon.

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oktobervorhersage

26. September 2012 - 23:15 Uhr

entzündungen hier und dort. darm, magen, mandel, blase. aber im grunde wars ruhig seit mai. persönliches drama im august, durch den september durch. an den juni und juli erinnere ich mich nur entfernt - da war mal urlaub. viel gearbeitet. viel gelitten. jemand sagte, dass ich deutlich mehr leide, als ich müsste und es mir deutlich schwerer mache, als ich sollte. keine gute zeit. nicht nur, aber eben auch.
im oktober bekomme ich ein neues kreuzband. im oktober werde ich die stadt jena verklagen. im oktober werde ich zum therapeuten humpeln.
der oktober, wird ein spannender monat und damit passt er ja auch ganz gut zum restlichen jahr.
immerhin das. und immerhin finden sich noch immer zuckerwattemomente des glücks, die machen, dass das alles sehr relativ ist.

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das ende der leidensfähigkeit

17. Mai 2012 - 00:09 Uhr

ES REICHT!
ich kündige, ich habs satt, ich gehe heim, ich mache nichts mehr, ich habe keine lust mehr, keinen bock, keine motivation. ich will das nicht mehr!
ich will nicht mehr katalogisiert werden, vermessen, quantifiziert. ich will keine nadeln, infusionen, mrts, röntgenaufnahmen, lumbalpunktionen, kein tests, schätzungen, diagnosen, ideen, versuche. keine nebenwirkungen.
luft im knie. gerissene sehnen, frakturen, entzüdnungen im hirn, rückenmark, mandeln, blase, knie.
ich will meine scheiß allergie zurück und meine ruhe vor all dem anderen horror.
ich will keine wahrscheinlichkeiten, keine “ich hab das tausend mal gemacht!”, kein “das passiert schon nicht!”. ich will nicht, dass ärzte angst haben, weil ich angst habe. ich will einen gott in weiß, der zaubert und heile macht. ich will einen verdammten wunderheiler dessen namen ich mir nicht merken muss, weil ich ihn nie wieder sehen werde.
ich will keine blöden stromdingse am knie, keine phsyio mehr, keine pillen und erst recht keine injektion direkt unter die kniescheibe.
es muss endlich mal gut sein, mit all dem. los!

(nächste woche termin beim neurologen und dann später mal wieder zum chirugen. angst.)

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1. März 2012 - 19:10 Uhr

keine narkose. “das geht auch so!”
14. 15. beruhigungsmittel. 16. es klappt endlich und klare flüssigkeit tropft unter aufatmen auf meinem rücken in röhrchen. blutnehmen, tee trinken. 5 stunden später: keine aufälligkeiten. arztbrief. heimwärts.
“eine ms kann nicht ausgeschlossen werden.” termin in 2 wochen. 2 monaten

ich weiß nicht, was ich daraus mache.

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29. Februar 2012 - 19:24 Uhr

morgens:
mein körper belohnt mein hoffen auf temporären wahnsinn mit heftigsten schmerzen, die aber genau das bringen, was ich wollte: abgelenkt sein. ein kleines, überschaubares teilproblem: schmerz. ich bin ziemlich sicher, dass es sich verändert und nichts bleibendes ist - es wandert von einer zur anderen seite, lässt mich wenige stunden schlafen, reagiert ein bisschen auf ibuprofen. ich habe etwas, dass…nah ist und ganz bei mir. hier und nicht dieses unüberschaubare grauen, dass da irgendwie im raum schwebt und drohend nach mir greifen will - formlose angst vor dieser sonderbaren krankheit, die alles sein kann…schmerzen, leid, entwürdigung - verlust von mir. oder…einfach ein paar kleine probleme, immer mal - normale lebenserwartung. alt werden. die meisten sterben nicht an der ms oder deren folgen sondern an “normalen” dingen.
plan: warten. lp. warten. ergebnis. warten. endergebnis. loslaufen. leben. abends pizza.

ich bin neugierig und gespannt, was das alles aus mir macht. ich habe seit stunden lust auf baiser und himbeeren, auf echte welt probleme…

mittags:
man findet, was ich gesucht habe - ein paket, bei 1300 patienten. meins. perfekte blumen und süß und tröst.
es ist überwältigend. immer. jede schokolade, jeder satz, jede blume. jedes an mich denken. das ist, was mich beisammen hält. jeder einzelne, der da ist. irgendwie. ich ginge unter, ohne.

abends:
man holt mich ab - hin läuft man, zurück wird man gefahren. ausziehen, hemdchen an. acht monitore. einverstehen, vorstellrunde. hinlegen, rücken frei. desinfektion — blabla. das dritte mal, ich weiß, was passieren wird. drücken, rücken. vorsicht, gleich kommt der piecks. mir glotzen sechs augenpaare auf den rücken und gleichzeitig auch hinein. röntgenbild ist ok. stillhalten, vorn röntgen. nachjustieren. nochmal, und nochmal und nochmal. und raus mit der nadel. neu tasten, neu suchen, vorsicht piecks. diesmal der oberarzt. röntgen, nachjustieren, mehr piecks. doller drücken - da muss der widerstand kommen. oh, das war der knochen. nichts.
20 minuten. und…nochmal! irgendeine warme hand landet auf meiner schulter und tätschelt mich. taschentuch. nochmal zusammenrollen. vorsicht: kalt, piecks, drück, schau. umherrühr. falle fast von der liege. erkenne mich wimmernd, zitternd, kraftlos. 13 versuche.
“wir hören auf.”
einmal über den rücken rollen und ich liege im bett. einige zeit später finde ich mich desolat in meinem zimmer wieder. nach zwei stunden findet eine schwester meine unterlagen, fagt eher vorwürflich, wo die proben seien. “in meinem rücken.” humor hat frei. nach drei stunden steht die ärztin vor mir: morgen früh, lumbalpunktion unter vollnarkose.
und ich muss lachen.
irgendwie kriegen sie das zeug!

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28. Februar 2012 - 08:14 Uhr

kein tumor.
noch immer erleichterung, aber die welt der schrecklichen diagnosen bleibt vollkommen offen. die einzige art von sicherheit würde eine lumbalpunktion bringen und da weigert sich mein körper auf eine sehr gehässige art. drei versuche am freitag. ein bett voller blut, aber kein tropfen untersuchbares material. schmerzen wie…zersägt werden, aber längs. vergeht alles. stunden später schmerzen meine arme, fühlen sich kraftlos an. ich wundere mich kurz, nehme sowas aber vollkomen gelassen.
gestern neue versuche - die versprochenen radiologische unterstützung gibt es nicht. zwei ärzte, literweise desinfektionsmittel. acht nadeln. der schmerz ist nur ertragbar, weil ich hoffe, dass es sich lohnt…
es lohnt nicht. nach 12 stunden setzt ein befreiendes taubheitsgefühl am rpcken ein und ich kann sitzen und liegen, am morgen ein leicht hysterischer lachanfall - die schmerzen in den armen…muskelkater von gestern.
es bleibt die folter bis mittwoch, vielleicht donnerstag, im eigenen unwissen festzusitzen.

die hölle ist man sich immer auch selbst.

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von angst

25. Februar 2012 - 11:21 Uhr

ich habe angst allein zu sein, angst einsam zu sein, erfolglos, nicht gebraucht, etwas falsch zu machen, vor zu viel aktionismus, vor fehler, vor angst, vor irrationalen dingen, die es in meinem kopf gibt, davor, dass das traurigsein nicht endet, manchmal vor meiner eigenen courage, vor entscheidungen, vor spinnen und käfern, vorm zerbrechen und zerbröseln, vor dem moment des aufgebens, vor kraftlosigkeit. ich habe angst nicht geliebt zu sein, nicht genug zu tun, nicht dieses oder jenes zu sein. ich habe angst vor enge, vor höhe, vor nadeln, vor kontrollverlust. angst etwas vergessen zu haben, alt und gebrechlich und kautzig zu werden. ich habe angst zu sterben, vor der art des sterbens und vor dem leiden und schmerz. ich habe angst, das mir mangelndes glauben an etwas, das alles viel schwerer machen wird. ich habe angst, nicht loslassen zu können - oder zu schnell los zu lassen. ich habe angst, dass ich dann alleine bin - und gleichzeitig, dass ich jemandem zur last falle.
ich denke an möglichkeiten und “was wenn”-geschichten. ich habe eine rohfassung einer patientenverfügung und einen organspendeausweis. ich möchte anonym beerdigt werden, damit niemand das grab pflegen muss.
ich hoffe, ich werde von jemandem so geliebt, dass er, wenn es notwendig sein wird und ich mich nicht mehr in meinem körper befinde, aber dieser noch “am leben ist”, den mut hat und die möglichkeiten und die gewisse dummheit besitzt, das für mich zu beenden. ich hoffe, mir wischte jemand dann den sabber ein letztes mal aus dem gesicht, küsst mich auf den kopf und befreit das, was übrig ist.
aber das sind extremfälle und es gibt deutlich mehr spielraum, bei dem ich nicht genau weiß, was ich machen würde.

ich habe vor einer woche brustabwärts das gefühl gehabt mein körper sei eingeschlafen, beine, po, bauch, rücken. ich habe mir bis donnerstag hervorragend einreden können, dass es allein wieder weggeht, dass das nur ein nerv ist, das wird wieder! und dam kam die angst, griff mich und zerrte mich in ihre höhle.
hausarzt, notaufnahme, neurologische erstuntersuchung. stationäre aufnahme. es könne alles sein, beginnend beim bandscheibenvorfall - es gibt nur das eine symptom. viel mehr sagen sie nicht und ordnen zwei MRTs an. das erste gleich am abend: hals- und brustwirbelsäule. am morgen dann kopf.
eine nacht ohne befunde.
man fragt nach meinem notfallkontakt. ich denke alles durch. an jeden. lasse die zeile frei. “wirklich?” “ja.” “sind sie sicher?” “ja.” “haben sie wirklich niemanden?” “doch, aber darum geht es doch nicht.” ich will nicht, dass jemand den ich sehr liebe, meine reste im “trauerraum” einsammeln muss. dass irgendwer kommt, weil ich es will, und entscheidet, was ich nicht mehr kann. ich will einfach darüber nicht nachdenken, wem ich das aufbürden würde. es ist das erste mal in 27 jahren, das ich die entscheidung treffe etwas nicht zu denken, nicht nachdenken. und es geht. es bleibt etwas widersprüchlich zu anderen dingen - aber das kann ich nicht auflösen.

n. ist da, bringt mir kleidung. ich bekomme und schreibe hunderte nachrichten. das lenkt ab. aber nichts lenkt dich gut genug von der möglichkeit ab, dass etwas in deinem kopf sein könnte, das dort nicht hingehört - dass etwas ist, was machen kann, dass du dich verlierst. n. geht. es gibt keine betten, also liege ich schlaflos auf dem flur und höre menschen schnarchen. lasse mir ohropax geben, ertrage es aber nur kurz, so nah bei mir zu sein. atmen, herzschlag: lebendigkeit. vielleicht ist es etwas im rücken. vielleicht wäre ich gelähmt, brustabwärts, aber das lässt noch leben zu, also so, wie ich denke, dass es noch qualität genug besitzt. der kurze gedanke: es ist so wertvoll! - und wieder: nein, nicht um jeden preis. uneinigkeit mit mir.
ich habe ein paar stundenlang, als es dunkel und ruhig ist, den gedanken, dass ich mich im letzten moment doch entschließen müsste einfach wahnsinnig zu werden, dann wäre es auch egal. und endliche stunden und runden im kopf und so sehr wach und klar und bei mir und: relativiert. am nächsten morgen das kopf-mrt. sehr langes warten in der kleinen umkleidekabine. krankenhaushemdchen. socken, untewäsche, kein metall. der stuhl ist so hart, dass mein po wirklich einschläft - es dringt durch das taube gefühl, was ich unverändert habe. hinnehmen, heulen, sehr, sehr heulen und zittern und dann ist es auf einmal gut. warten. klimaanlagenrauschen.
zwei unterchriften später, ohropax, kopf im käfig - augen zu. es geht los. es hört sich nicht mehr so bedrohlich an wie die letzten mrts. da war ja die kniesache vor zwei monaten…knie. hm. könnte man auch mal wieder drüber nachdenken…sollte zum chirurgen und zur physio — nichts ist weiter weg, als das knie, als die angst darum. arthroseaussicht in 15 jahren, wenn nichts gemacht wird. “15 verf*ckte jahre! alter!” denke ich und fühle in mich. das wär ok. alles, im jahresbereich wär ok. alles darunter würde schlichtweg nur dazu führen, dass ich - ja…was würde ich machen? ich führe ans meer. aber alles andere wäre…zu schmerzlich, weil man erinnerungen schaffen würde, die nicht erinnert werden.
30minuten - man schickt mich zurück. b. ist da und müde. sitzen, warten, kommunikation.
lumbalfunktion. erster stich geht daneben. das gefühl ist unvergleichbar. mein absurd desolates knie mit fraktur und gerissenen sehnen: ein sonntagsspaziergang im frühling mit eis und schmetterlingen! es ist, als würde jemand auf einer zahnwurzel herumkratzen - zur im unteren rückenbereich - und der schmerz zieht von den schultern bis in die zehenspitzen. immerhin weiß ich, dass das taubheitsgefühl zwar noch da ist, aber nur oberflächlich zu sein scheint. “das machen wir nochmal!”. es bringt mich zum wimmern und weinen, der schmerz ist unbeschreiblich. sie trifft nichts, aber es blutet sehr. der schmerz der zurückbleibt, als sie die nadel aus meinem rücken zieht ist fast entspannend. 8 stundenlang werde ich nicht auf dem rücken liegen können, atmen tut weh. dritter versuch. ihr kollege sticht mir finger in die seite und drückt auf mir herum - erfolglos. dann montag, mit radiologischer unterstützung.
b. ist da. ich weine hemmunglos. man habe auf dem rücken-mrt nichts gefunden. “unaufällig”. ein paar stunden verbringe ich mit der dumpfen gewissheit, dass es dann etwas in meinem kopf sein muss.
man nimmt mir blut ab, ekg, blutdruck.
essen. kaffee. atmen. wegdenken.
eine schwester schiebt einen tropf in mein zimmer und greift einfach nach meiner hand. ich weigere mich etwas an mich anschließen zu lassen, ohne zu wissen, was es ist. “oh, na dann hol ich mal die ärztin!”.
und ebenjene sagt mir, dass das mrt meines kopfes vollkommen tumorfrei ist, dass man aber deswegen die bilder des rücken-mrts nochmal zur radiologie gab und der oberarzt dort fand einen sehr kleinen entzündungsherd. kortisonstoßtherapie, 5 tage. mit der lumbalfunktion würde man dann wissen, was die ursache ist. es kann ms sein, aber ohne optische einschränkungen sei das eher ungewöhnlich. meningitis. aber ohne zeckenstiche wäre das auch eher keine option. autoimmunreaktion, bakterielle infektionen, viren.
ich werde nichts davon googeln, entscheide ich in dem moment. c. kommt und ich befinde mich in einem zustand bekloppter freude: kein tumor! mein vater ruft an, will kommen und seine frau mitbringen - der moment erlaubt es ihm. meine mutter wird diese nacht schlafen. l. ruft abends an -erleichterung. c. in asien auch. die facebookentourage kann scherzen und ich könnte schlafen, hinge da nicht die infusion an mir, die nicht gut läuft. dann tropft es, dann ist der zugang hin. wird entfernt. morgen ein neuer. immerhin fast 700ml von 1000 in mir. wird reichen. man gibt mir schlafmittel und tatsächlich schaffe ich 4 stunden zu schlafen. der erste körpercheck verrrät: alles noch wie eingeschlafen, aber ich fühle am bauch, das erste mal seit einer woche, meine eigene warme hand.
leises lächeln.
danke.

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23. Dezember 2011 - 17:26 Uhr

dinge auf die ich dieses jahr hätte verzichten können:
amtsärger, mandelentzündungen, arbeitslossein, kaputtes knie, thrombosespritzen, die hungernden tage vor monatsende, emotional desaströse momente, die nachwirken, depressive monate, der bröselige zahn, der eine arrogante typ, wegen dem ich mich wochenlang in frage stellte.

dinge, die dieses jahr toll waren:
menschen, reisen, sonne, liebe, lachen, bücher und filme, fotos. neues finden, neues tun. testen, nähen, spielen.

bilanziert:
keine ahnung, wie man sowas aufrechen soll - es war ein sehr schönes jahr - mit wunderbaren momenten und ganz tollen menschen und sehr viel zuneigung, die mir zuteil wurde. es war aber auch außergewöhnlich schmerzlich - nervend, zäh, anstrengend, kraftraubend und sehr traurig.

ich wünsche mir ein dramenfreies jahr. nicht langweilig, aber bitte höchstens die hälfte in-die-fresse-dinge. es ist ein bisschen so, als habe ich wirklich mehr als genug davon gehabt. das darf gern anders werden.

und fü+r die zwei, drei leser hier: habt schöne feiertage.

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Vom skandalösen Umgang mit Daten

7. Juni 2011 - 22:36 Uhr

Von meinem ganz persönlichen Ärger mit dem zuständigen Amt mal abgesehen, der sicherlich auf die eine oder andere Art streitbar ist: Es gibt da offenbar Dinge, die ganz generell falsch ablaufen.
Ich bekam heute nicht nur meine Post zugestellt sondern im Brief befand sich auf der Leistungsbescheid eines Herrn R., wohnhaft in Jena und eben auch “Hartz 4″Empfänger - weder verandt noch vernachbart mit mir. Natürlich verwundert rief ich bei meinem Fallmanager an, der dazu meinte, dass dies “schon mal vorkommt”. Das sei dann wohl der Poststelle in den falschen Umschlag gerutscht. Ich soll es einfach unkommentiert zurücksenden.
Ich habe also persönliche und vertrauliche Daten des Herrn R. bekommen und man erkennt das Problem nicht einmal. Einfach zurücksenden und der Herr R. wird davon nichts mitbekommen.
Ich schätze, ich werde morgen einen freundlichen Brief an den Herrn R. schreiben und ihm berichten, wie mit seinen Daten umgegangen wird, in der Hoffnung er ist noch nicht vollkommen genervt von alledem und sich zu wehren weiß.
Ich kann kaum mehr machen als das, leider.

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