die wunderbare welt des flüchtigen nichtwissens
16. April 2008 - 16:27 Uhrgut, dass ich mich gar nicht an alle prüfungen meines lebens erinnern kann, so kann ich zumindest frei assoziiert einiges behaupten ohne mich selbst belügen zu müssen. ich erinnere mich an drei nichtbestandene klausuren, in jedem fach eine, seit beginn des studiums. alle dann beim zweiten versuch bestanden, und in keinem fall irgendetwas aus dem scheitern gelernt. aber das begann ja schon früher: abitur.
Horton Hears a Who! movie die ersten wirklich wichtigen klausuren und eine mündliche prüfung. die vorbereitung sah so aus, dass ich, als alle schon wild lernten, den tag verschlafen habe um dann abends den jugendlichen bedürfnissen nachzugehen: alkoholisiert durch den fühling taumeln. die vorbereitung begann dann zwei tage, bestenfalls, vorher. schlimmstenfalls: auf dem 25 minütigen weg zum prüfungsort im auto, schnell laut dem fahrer vorgelesen, was ich hätte wissen müssen. und dann: halbstündiges prüfungsgespräch. einsplus. eine abinote am ende, die, wäre sie meine magisternote, eine promotion wahrscheinlich machte. gestärkt vom wissen um die eigenen fähigkeit aus keinem wissen und etwas dreistheit eine zumindest annehmbare note zu machen ging ich ins studium. beendete das erststudium nach zwei semstern, weil ich keine lust verspürte an latein dann wirklich einmal richtig zu scheitern und begann einfach ein neues, was auch, zumindest bis zur zwischenprüfung dahinplätscherte. wie erwähnt: drei klausuren nicht bestanden und dennoch die lerngewohnheiten nicht verändert, ja nicht einmal darüber nachgedacht sie zu verändern. hat ja immer doch noch geklappt. und dann, einmal, als es ernst werden sollte, dachte ich, dass es doch gut sei mit jemandem zu lernen, also trafen wir uns eine woche vor der prüfung täglich, redeten und ein bisschen was blieb hängen. 2,3. eindeutig hätte ich das auch ohne die woche vorbereitung hinbekommen. ganz sicher sogar. bei der letzten zwischenprüfung siegte dann wieder die angst. pflichtlektüre. also ziemlich viel geld investiert und angefangen zu lesen. eine woche vor der prüfung hing ich immernoch 55 seiten nach dem anfang des ersten buchs und somit gut vier bücher hinter dem plan, positiv geschätzt. also einfach umplanen. weg mit der pflichtlektüre und her mit der ganz konkreten auf das prüfungsthema abgestimmten literatur. mit mehr glück als verstand und viel gerede, vor allem aber: wenig wissen. bestanden. sehr gut. wieder kein lerneffekt. aber immerhin die sicherheit: wer nichts weiß, kann auch keinen blackout bekommen. denn das ist, wovor alle angst haben: in einer mündlichen prüfung sitzen und nichts als weißes rauschen im kopf haben. ein bisschen konnte ich das phänomen belächeln, denn eins hatte ich ja sicher gelernt: improvisieren geht immer irgendwie. hauptsache reden und zeit verschaffen, man kommt schon auf das, was der prüfer hören möchte.
und dann saß ich vor wenigen stunden wegen einer hausarbeitsvorbesprechung im büro eines profs. ganz ohne prüfungsangst, weil ich ja eigentlich gar nichts machen wollte, als meinen verschobenen termin bestätigen und noch einmal absichern, dass das, was ich da mache auch sinnvoll ist. und dann fragte er, was ich da schreibe. nicht etwa wie die arbeit aufgebaut ist, sondern nur etwas inhaltlich erklären.
und da war n i c h t s. überhauptgarnichts.
K-9: P.I. rip
ich lese seit etwa zwei wochen wenig anderes als div. lexikonartikel zum thema autorität. gut, ich lese sie langsam und male daran herum, ich vergesse vieles und lese einiges doppelt. aber im grunde sollte ich die antike autoritätsvorstellung verbalisieren können. konnte ich auch, 35 minuten nachdem ich mich blamiert hatte und wieder im leben stand und gerade in der drogerie nach den photos der diva ausschau hielt. ich hätte es wunderbar referieren können, ganz ausführlich - es war nur keiner mehr da, der es hätte hören wollen - macht ja nichts, die photos der diva waren ja schließlich auch nicht da.Angels Over Broadway divx